Studierende überplanen Garagenhöfe

Garagenhof Schöneichenjagen

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 15.12.2022 20:23 | 1 Kommentar

Garagenhöfe sind größere, versiegelte Flächen. In vielen Stutenseer Wohngegenden gibt es einige davon, architektonisch sind sie meist wenig ansprechend. In Zeiten von Wohnraummangel stellt sich die Frage, ob sich eine Gemeinde soviel unbebaute Areale leisten kann, und bei Starkregenereignissen gibt es Probleme mit der Entwässerung. Die Stadtverwaltung hatte unlängst einen Wettbewerb für mögliche Umnutzungen am Beispiel der Garagenhöfe im Friedrichstaler Wohngebiet „Schöneichenjagen“ ausgeschrieben. Studentinnen und Studenten der Hochschule Karlsruhe entwarfen mögliche Lösungen. Die Eigentümer zeigten sich darüber nicht besonders erfreut.

Freizeitbereiche zwischen den Garagen, Wohnen über den Garagen, vertikale Gärten oder gar ein Studierendenwohnheim – die Kreativität der Studierenden war groß. Ihre Entwürfe wurden am 28. November im Rahmen des zweiten Fachforums zum Stadtentwicklungsplan im Eingangsbereich der Festhalle ausgestellt. Die Stadtverwaltung erhoffte sich dadurch Denkanstöße für künftige Planungen oder Umgestaltungen in ganz Stutensee.

„Wenn man Physik oder Biologie studiert, kann man hinter verschlossenen Türen im Labor arbeiten. Wenn man Architektur studiert, braucht man Reales“, so Susanne Dürr, Architektin und Professorin für Städtebau und Gebäudelehre an der Hochschule Karlsruhe (HKA). So hatte der Gemeinderat die Garagenhöfe in Friedrichstal als Pilotprojekt ausgewählt, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage von meinstutensee.de mitteilte.

Da es sich um einen rein theoretischen Ansatz und kein reelles Projekt handele, habe die Verwaltung die Eigentümer der Garagen nicht persönlich eingebunden. Die Öffentlichkeit sei vielmehr über die Einwohnerversammlung im September 2021 sowie über die Stutensee-Woche und die Website der Stadtverwaltung im März 2022 über den Ideenwettbewerb informiert worden.

Beim Fachforum anwesende Garagen-Eigentümer zeigten sich hingegen empört darüber, dass ihre Grundstücke Gegenstand von Planungen waren. „Eine nachhaltige Aufwertung und Nutzung dieser Bestandsbereiche liegt vollständig in der Hand der Eigentümerinnen und Eigentümer“, versuchte die Stadtverwaltung die Situation zu beruhigen.

Das Pilotprojekt „Garagenhöfe“ ist vonseiten der Verwaltung abgeschlossen. Es seien derzeit keine weiteren Aktionen geplant.

Bildquellen:

  • Garagenhof Schöneichenjagen: Martin Strohal
  • Garagenhof Ideenwettbewerb: Martin Strohal
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