Schrittweiser Aufbau eines Nahwärmenetzes

Symbolbild

Bild: distelAPPArath/pixabay.com

Von Martin Strohal | 01.11.2022 10:28 | 5 Kommentare

Blankenloch bekommt ein Nahwärmenetz. Um schneller in die Umsetzung zu kommen, soll die „große Lösung“ in mehreren Ausbaustufen erreicht werden. Baubeginn könnte im Jahr 2024 sein, das gesamte Projekt werde erst nach 2027 fertiggestellt.

Unterstützt von der Umwelt- und Energieagentur des Landkreises (uea) möchte die Stadtverwaltung ein Nahwärmenetz in Blankenloch realisieren. Dabei soll auch die Abwärme der Kläranlage genutzt werden. Das Netz soll öffentliche Gebäude wie Hallenbad, Schulzentrum, Festhalle und Rathaus miteinander verbinden, aber auch privatwirtschaftliche Projekte wie das Concordia-Quartier einbeziehen. Damit wären alle kommunalen Gebäude auf einen Schlag klimaneutral, so Birgit Schwegle, Geschäftsführerin der uea in der Oktober-Gemeinderatssitzung. Der große Plan sei wichtig, auch wenn die Umsetzung viel Zeit benötige. Deshalb sei eine Umsetzung in mehreren Schritten sinnvoll. Die Unterquerung einer Straßenbahntrasse wie in der Hauptstraße sei sehr aufwendig.

Da die Kläranlage noch nicht saniert ist, verbindet die erste Ausbaustufe das Blockheizkraftwerk am Schulzentrum inklusive Sporthallen und Hallenbad, die untereinander bereits vernetzt sind, mit Festhalle und Concordia-Quartier an der Hauptstraße. In der Ausbaustufe 2 soll die Straßenbahntrasse in Richtung Pestalozzi-Schule und Rathaus unterquert werden. Für die „große Lösung“ fehlen Abzweigungen zum Friedhof und Seniorenzentrum und eben zur Kläranlage am Hasenäckerweg. Hier wären Abwasserwärmetauscher mit Wärmepumpe, Hackschnitzelkessel mit Abgaskondensation sowie Wärmespeicher die Wärmeerzeuger.

Nach dem Beschluss des Gemeinderats soll im kommenden Jahr die Detailplanung der ersten Ausbaustufe erfolgen, die Umsetzung im Jahr 2024. Die zweite folgt ein Jahr später.

Der Gemeinderat stimmte dem schrittweisen Vorgehen einstimmig zu. Diskussionen über die technische Umsetzung, ob mit Wärmepumpen, mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerken oder Photovoltaik-Anlagen, wurden hintangestellt. Der nächste Schritt sei die Wahl eines Betreibermodells, so Schwegle. Das sei wichtiger als die Technik. Im Übrigen plane der Landkreis eine Biogasanlage, befüllt mit den gesammelten Bioabfällen. Daraus könne Stutensee bilanziell Gas für das Blockheizkraftwerk für Spitzenlasten beziehen.

Die Umsetzung aller Schritte ist abhängig von den in Kürze anstehenden Haushaltsberatungen.

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