Die Stadtverwaltung will die Bevölkerung nach ihren Ideen für die Zukunft Stutensees befragen. Wie soll die Große Kreisstadt im Jahr 2035 aussehen? Nach dem Start einer Website mit Diskussionsmöglichkeit fand am Dienstag die erste Veranstaltung dazu in der Festhalle statt. Trotz geringer Teilnehmerzahl – im einstelligen Bereich – kamen einige Diskussionen zustande. Die Veranstaltung soll wiederholt werden.
„Stadtentwicklungsplan 2035“ oder kurz „STEP 2035“ lautet die Bezeichung im Verwaltungsdeutsch. Konkret geht es darum, dass die Stadtverwaltung nicht nur mit dem Gemeinderat über Ideen für die künftige Entwicklung Stutensees diskutieren möchte, sondern auch mit der Bevölkerung. „Wo sehen Sie Stutensee 2035?“ fragte Erste Bürgermeisterin Tamara Schönhaar.
Acht Bürgerinnen und Bürger waren am Dienstag in die Festhalle gekommen, um mit Vertreter:innen aus Stadtverwaltung und Lokalpolitik zu diskutieren. Kurzerhand wurde umgeplant. Statt sich in verschiedene Arbeitsgruppen aufzuteilen, zogen alle Anwesenden gemeinsam von Stellwand zu Stellwand, eine pro Themengebiet mit jeweils einer großen Leitthese. Diese wiederum war von der Stadtverwaltung in drei bis vier Unterpunkten ausgeführt worden.
Insgesamt waren alle Punkte mehr oder weniger abstrakt. „Es sollen keine konkreten Maßnahmen aufgelistet werden, die dann abgearbeitet werden“, erklärte Oberbürgermeisterin Petra Becker. Vielmehr solle die Grundlage für künftige politische Entscheidungen geschaffen werden.
Die anwesenden Bürger:innen brachten dennoch auch ganz konkrete Fragen und Ergänzungen ein: In Friedrichstal etwa fehle eine zweite Allgemeinarztpraxis, die Post sei nicht zuverlässig, Durchmischung von Gewerbe und Wohnen sei sinnvoll. Schnell kamen sie auch zu den großen Knackpunkten: Wie weit kann und soll Stutensee überhaupt noch wachsen? Und wie löst man den Konflikt zwischen Wachstum und Schutz der Natur? Das soll in späteren Sitzungen vertieft werden.
Abschluss Mitte 2023
Aufgrund der geringen Teilnehmer:innenzahl soll die Veranstaltung noch vor Ende November erneut durchgeführt werden – diesmal mit mehr Werbung sowie Einladung von Schülervertretern und Seniorenbeirat. Daneben werden die politischen Gremien mit eigenen Workshops beteiligt, außerdem gibt es eine Online-Plattform zur Teilnahme. Ende November sollen Fachforen öffentlich tagen und die bisherigen Ergebnisse vertiefen. In seiner September-Sitzung hatte der Gemeinderat zudem beschlossen, ein Begleitgremium bestehend aus Vertreter:innen der Fraktionen sowie der Verwaltung zu gründen.
Mitte 2023 soll der Prozess abgeschlossen sein und vom Gemeinderat beraten werden. Eine besondere Bindungskraft hat der dann fertige Stadtentwicklungsplan allerdings nicht, er hat nur Empfehlungscharakter und soll „eine Richtschnur“ sein, so Becker. Der Gemeinderat ist weiterhin frei in seinen Entscheidungen.
Bildquellen:
- Dialogwerkstatt Stadtentwicklungsplan 2035: Martin Strohal
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