Auf der Suche nach einem geeigneten Trassenverlauf für die Bahnverbindung Karlsruhe – Mannheim hat die Bahn aktuelle Ergebnisse mitgeteilt. Im Rahmen des 7. Dialogforums erläuterten die Projektverantwortlichen, wie sie die bisher fünfzig theoretisch möglichen Linienvarianten auf zwanzig „ernsthaft in Betracht kommende Linienvarianten“ reduziert haben. Der Streckenverlauf quer über Stutenseer Gemarkung ist weiterhin im Spiel.
Fünfzig Linienvarianten hatten die Planer der Bahn im Juni präsentiert. Seitdem haben genauere Untersuchungen stattgefunden. Maßgeblich waren dabei fünf Kriterien aus den Bereichen „Umwelt“, „Raumordnung“ und „Verkehr/Wirtschaft“.
In Bezug auf Stutensee ist der Abschnitt zwischen Friedrichstal und Spöck, vorbei am Stafforter Baggersee zur Autobahn A5, weiterhin in der engeren Auswahl. Zerschneidungs- und Trennwirkungen sind im bisherigen Prozess nicht berücksichtigt worden. Das wurde im Dialogforum, das diese Woche stattgefunden hat, kritisiert. Die Verantwortlichen des Projekts wiesen darauf hin, dass eine Vorauswahl auf Grundlage eines einzelnen Kriteriums einen Planungsfehler darstelle. Dies bringe auch ein Ungleichgewicht gegenüber den anderen Schutzgütern wie etwa Natura-2000-Gebiete.
Das Kriterium Zerschneidungs- und Trennwirkungen werde im anstehenden Variantenvergleich mitberücksichtigt. Das berichtet die Firma ifok, die den Prozess moderiert, in einer Pressemitteilung.
Von den zwanzig, weiterhin in Betracht kommenden Varianten, befinden sich 16 rein auf der rechten Rheinseite und nur noch eine auf der linken. Drei Varianten beginnen links und queren den Rhein im Verlauf. Alle wurden geprüft auf Raumwiderstände, Streckenlänge, komplexe Ingenieursbauwerke sowie die Anbindung an andere Strecken. Fast alle Varianten schneiden bei den Raumwiderstandsklassen schlecht ab (Bewertung „ungünstig“). Darunter auch der Verlauf über Stutenseer Gemarkung. Lediglich zwei Varianten haben in keiner Kategorie eine ungünstige Bewertung. Die Bahn will das jedoch nicht als Vorentscheidung verstanden wissen. Auch die bislang ausgeschiedenen Varianten seien lediglich zurückgestellt und könnten im Bedarfsfall wieder ins Spiel kommen.
Die nächste Sitzung des Dialogforums ist für November 2022 geplant. Bis dahin sollen die verbliebenen zwanzig Linienvarianten detaillierter untersucht werden.
Das Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe ist Teil des Gesetzes zum Ausbau der Schienenwege des Bundes. Ziel ist, dass mehr Züge international zwischen den Häfen Rotterdam und Genua fahren können.
Bildquellen:
- Bahnausbau: Linienvariante Stutensee: DB Netze
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