Personalmangel im Kindergarten „Zauberwald“

Kindergarten Zauberwald

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 09.09.2022 18:54 | 1 Kommentar

In der Kita „Zauberwald“ in Blankenloch herrscht Personalmangel. Statt der bisherigen vier Gruppen mit Ganztagesbetreuung öffnete die Einrichtung zum neuen Kindergartenjahr nur noch mit drei Gruppen und einer Betreuungszeit bis 14 Uhr. Einige Eltern sind empört und sehen die Ursache für den Personalmangel im Umgang der Stadtverwaltung mit den Erzieherinnen.

Ein Blankenlocher Vater hat mit meinstutensee.de über die derzeitige Situation in der Kita Zauberwald gesprochen. Dass man immer wieder Personalausfälle habe, insbesondere in Zeiten von Corona, sei ja normal, meint er. Er bemängelt jedoch, dass die Verwaltung mit den Ausfällen nicht umgehen könne. Vor einigen Wochen sei morgens eine Mail gekommen, dass der Kindergarten an dem Tag geschlossen sei. Alleinerziehende, berufstätige Mütter stünden in solchen Fällen vor der Herausforderung, kurzfristig eine Betreuung für ihr Kind zu finden. Es sei unverständlich, warum es nicht möglich sei, eine kurzfristige Aushilfe von anderen Stutenseer Kitas zu organisieren, so der Vater.

Mehrere Erzieherinnen hätten zum Ende des Kindergartenjahrs gekündigt, so dass zum neuen sieben Vollzeitstellen offen seien, berichtet der Vater, der namentlich nicht genannt werden möchte. Die Stadtverwaltung wollte sich auf Anfrage von meinstutensee.de nicht zu der Anzahl äußern.

Im Juni hatten die Eltern der „Zauberwald“-Kinder eine Abfrage von der Stadtverwaltung erhalten, um „eine gute Betreuung Ihrer Kinder weiterhin gewährleisten zu können.“ Das Ergebnis wurde einen Monat später, Ende Juli, mitgeteilt und liegt meinstutensee.de vor: Die Einrichtung werde um eine Gruppe reduziert, ebenso die Betreuungszeiten. Statt Ganztagsbetreuung gibt es jetzt nur noch „verlängerte Öffnungszeiten“ bis 14 Uhr. „Bei Öffnung von Ganztagesgruppen hätten beim aktuellen Personalstand einige Kinder die Einrichtung verlassen müssen“, schreibt die Stadtverwaltung an die Eltern. Aufgrund des allgemeinen Fachkräftemangels sei die Nachbesetzung der offenen Stellen schwierig. „Die Leute stehen jetzt einfach dumm da, es gibt ja keine Alternative, alle Kindergärten sind voll“, fasst eine Mutter, die sich ebenfalls an meinstutensee.de gewandt hat, zusammen.

Dass die Stadtverwaltung derzeit nach Möglichkeiten zum Neubau weiterer Kindergärten suche, während es Defizite in den bestehenden Einrichtungen gebe, lässt den Vater, der mit unserer Redaktion gesprochen hat, ratlos zurück. Auch dass die Stadtverwaltung trotz fehlender Plätze und unzuverlässiger Betreuung stolz auf ihrem Prädikat „Familienbewusste Kommune Plus“ beharre und angesichts der Situation nicht zeitweilig darauf verzichte, komme aus seiner Sicht bei den Eltern nicht gut an.

Generell gebe es zudem weitere Gründe, warum sich die Mitarbeitenden nicht gut behandelt fühlen könnten, meint der Vater. So sei der Flur etwa immer noch nicht gestrichen worden und es gebe keinen Aufenthaltsraum für die Beschäftigten. Auch sollte die Stadt angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels besser offen auf Bewerber:innen zugehen und sie aktiv unterstützten. Zum Beispiel könnte man bei der Wohnungssuche behilflich sein oder nach einem Jahr eine Prämie zahlen, schlägt er vor.

Lukas Lang, Pressesprecher der Stadtverwaltung, erwidert darauf: „Die Stadt Stutensee setzt als zertifizierte familienbewusste Kommune Plus und attraktive öffentliche Arbeitgeberin in der Region auf vielfältige Bausteine zur Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Er nennt regelmäßige Aus-, Weiterbildungs- und Team-Building-Maßnahmen, die Schaffung eines möglichst guten Betriebsklimas wie auch flexible Teilzeitarbeitsmodelle zur optimalen Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zudem werde derzeit die Einführung eines tariflichen Zulagensystems für den Sozial- und Erziehungsdienst geprüft, um die Attraktivität der Stellen weiter zu steigern.

Auf die Frage, ob eine Situation wie jetzt im „Zauberwald“ auch schon in anderen Stutenseer Einrichtungen vorgekommen sei, antwortet Lang mit einem Verweis auf einheitliche Standards und Bildungs- und Betreuungsschlüssel. Ausfälle in der Vergangenheit seien hauptsächlich auf kurzfristige, krankheitsbedingte Ausfälle zurückzuführen und würden sich im Rahmen erfahrungsgemäß üblicher Vakanzen bewegen. Der Stadtverwaltung sei eine möglichst frühzeitige Kommunikation als auch der Austausch mit der Elternschaft wichtig, weshalb alle Eltern angeschrieben worden seien.

Aber auch im Büchiger Kindergarten „Märchenwald“ ist nicht alles im Lot. Zu Beginn der Gemeinderatssitzung im Juni meldete sich eine Erzieherin aus der Einrichtung zu Wort und berichtete von einer Notgruppe, die 2010/11 „vorübergehend“ eingerichtet worden sei – und heute noch den Bewegungsraum belegt.

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