Die Entwicklung des Spöcker Neubaugebiets Vierundzwanzigmorgenäcker schreitet voran. Inzwischen wurden auch die Grünflächen angelegt und bepflanzt. Allerdings ist von „grün“ hier derzeit nicht viel zu sehen. Vielmehr werden diese Bereiche von einer großzügigen Schotterschicht bedeckt. Wollte die Stadtverwaltung nicht zugunsten der Artenvielfalt gegen Schottergärten vorgehen? meinstutensee.de hat nachgefragt.
Bei dem Material handele es sich um „mineralischen Mulch“, erläutert die Stadtverwaltung auf Nachfrage. Dieser biete einige Vorteile: Die Feuchtigkeit bleibe länger im Boden, und das Austrocknen der Substratschicht (Wurzelraum) werde stark minimiert. Die Staudenpflanzung werde dadurch gegenüber Hitze resistenter. Gleichzeitig finde aufgrund der offenporigen Struktur mineralischer Mulchungen ein besserer Luftaustausch statt.
Mineralischer Mulch sei sehr strapazierfähig und zersetze sich aufgrund dieser Bestandteile fast nicht oder nur sehr langsam über Erosion. Unerwünschte Beikräuter hätten keine Chance sich auszubreiten, dadurch benötigten mineralische Mulch-Materialien sehr wenig Pflege. Die Ausbreitung der Stauden auf der Fläche könne durch kleinräumige Entnahme des Mulches gut gesteuert werden. Mineralischer Mulch schütze darüber hinaus auch die Pflanzfläche davor, dass Hunde ihre Notdurft verrichten. Hunde würden Splitt meiden.
Das Material werde unter anderem auch vom Bündnis „Kommunen biologische Vielfalt“ und dem NABU bei insektenfreundlichen Staudenmischungen als natürliches Material empfohlen, so die Stadtverwaltung, die auch auf die Verwendung im „Wehrgraben“ in Staffort verweist.
Legt die Stadtverwaltung also Schottergärten an, während bisher existierende aufwändig umgestaltet wurden und auf Privatflächen nicht erwünscht sind? Den Unterschied macht die Bepflanzung. In Spöck wurden verschiedene Stauden gepflanzt, die erst nach und nach austreiben werden. Dazu kommen Frühjahrsblüher wie Krokusse. Die unerwünschten Schottergärten hingegen bestehen ausschließlich aus Gesteinsmaterial als Dekorationselement und sind häufig nur mit immergrünen, biologisch wenig wertvollen Pflanzen aufgelockert, die Insekten keine Nahrung bieten, so der NABU.
Um den Unterschied für die Bevölkerung deutlich zu machen, plant die Stadtverwaltungen Informationen im Amtsblatt und auf der städtischen Website.
Bildquellen:
- Vierundzwanzigmorgenäcker: Martin Strohal
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