In unserer Reihe “Aus der Lokalpolitik” schreibt heute Susanne Suhr, Mitglied der Fraktion der Grünen im Stutenseer Gemeinderat. Es handelt sich hierbei um die subjektive Darstellung der Fraktion.
Bereits bei der Bürgerwerkstatt „Zukunft Stutensee – Wohnen“ 2017/2018 wurde deutlich, dass die Bürger*innen in Stutensee die Ausrichtung ihrer Stadt mitgestalten wollen. In der Bürgerwerkstatt wurde über das eigentliche Thema Wohnen hinaus vieles andere diskutiert: Mobilität, Klima- und Artenschutz, moderner und sozialer Wohnungsbau.
Es fehlten jedoch beispielsweise die Bereiche Landwirtschaft, Waldnutzung und neue Gewerbeflächen. Mit unserer Oberbürgermeisterin Frau Becker und dem neu zusammengesetzten Gemeinderat soll 2020 mit der Erarbeitung eines umfassenden Stadtentwicklungsplans (STEP) begonnen werden. Dies begrüßen wir sehr.
Stutensee begibt sich damit auf den Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung. Hierbei werden wir uns auch an den sog. SDGs (Sustainable Development Goals), den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren. Unsere Ziele sind zudem so zu definieren, dass sie messbar sind und damit Transparenz schaffen. Heidelberg ist hier ein gutes Beispiel. Das Niveau der einzelnen Ziele des Heidelberger STEP wurde zuletzt im Nachhaltigkeitsbericht 2019 detailliert dargestellt. Für Stutensee werden nicht die gleichen Themen relevant sein, daher werden wir einen individuellen Plan passend für Stutensee erarbeiten.
Wie ambitioniert wollen und müssen wir im Bereich Klimaschutz sein? Graben-Neudorf hat 1,25 Mio EUR im Haushalt für Klimaschutzmaßnahmen eingestellt. Stutensee hat sich den Labelingverfahren European Energie Award (EEA) und „StadtGrün naturnah“ angeschlossen. Bei der Ausgestaltung zum Erreichen der Labelvorgaben sind wir mehr oder weniger frei und können auch über den STEP hier gestaltend einwirken.
Wie sollen unsere Gebäude der Zukunft aussehen? Für die Stadtplanung können wir uns Standards setzen, so dass in Ausschreibungen auf Nachhaltigkeit geachtet wird. Themen sind hier beispielsweise Plusenergiegebäude, Holzbauweise, Lehmbauten, ambitionierter Artenschutz, Photovoltaik und Gründächer. Standardvorgaben würde zudem helfen, dass nicht bei jeder zukünftigen Bauplanung über dieselben Themen immer wieder diskutiert werden muss.
Wo wollen wir die für den Artenschutz dringend erforderliche Biotopvernetzung schaffen? Wie gehen wir mit dem Stadtwald um und wie unterstützen wir unsere Landwirtschaft beim Arten- und Klimaschutz?
Es wird auch die grundsätzliche Frage zu stellen sein, wie wir mit unseren Flächen umgehen. Wollen und brauchen wir ein neues Gewerbegebiet westlich der Bahn in Blankenloch? Wo hat dann noch Landwirtschaft Platz, wo sollen Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenverbrauch geschaffen werden?
Diese und weitere weitreichende Entscheidungen werden wir gemeinsam treffen. Da der STEP auf die nachhaltige Entwicklung von Stutensee abzielt, nehmen wir damit unsere Verantwortung für die kommenden Generationen wahr. Wir hoffen daher, dass sich ein breites Spektrum von Jung bis Alt daran beteiligen wird.
Bildquellen:
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