Stutensee hat gewählt – CDU mit Verlusten weiterhin an erster Stelle

Von Olaf Matthei-Socha | 25.09.2017 6:47 | 3 Kommentare

Gegen 20.55 Uhr war es soweit. Zur besten Primetime stand das Ergebnis der Bundestagswahlen 2017 für Stutensee fest. Mit leichten Abweichungen spiegelte sich das Ergebnis der Bundesebene in der Großen Kreisstadt wider. Hier verzeichneten die FDP, die AfD und die Grünen die größten Zuwächse. An der Spitze in Stutensee bleiben bei den Wahlen zum Bundestag aber weiterhin CDU und SPD. Die Auszählung der insgesamt 28 Stutenseer Wahlbezirke hatte aufgrund der unerwartet hohen Wahlbeteiligung von 80,5 Prozent länger als erwartet gedauert. meinstutensee.de war am Wahlabend im Rathaus im Ortsteil Blankenloch und hat erste Stimmungen eingefangen.

Zwar muss die CDU nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in Stutensee 2017 mit herben Verlusten leben. Mit 33,53 Prozent der Zweitstimmen bleibt sie aber weiterhin stärkste Kraft in der großen Kreisstadt. Das sind 10,82 Prozent weniger als 2013. Auch bei den Erststimmen schneidet der bisherige Mandatsträger Axel E. Fischer mit 38,53 Prozent um 11,96 Prozentpunkte schlechter als bei den vergangenen Bundestagswahlen ab, sichert sich aber den Spitzenplatz. Gefolgt wird er von SPD-Kandidat Patrick Diebold, der mit 19,32 Prozent 6,32 Punkte weniger als seine Vorgängerin Vanessa Rieß erreichte.
Mit 12,37 Prozent auf Platz Drei in Stutensee liegt Pascal Simon Haggenmüller, Kandidat der Grünen. Er erzielte insgesamt 4,73 Prozentpunkte mehr als sein Vorgänger Danyal Bayaz bei den Bundestagswahlen 2013. Auf dem vierten Platz liegt der Kandidat der AfD, Alexander Arpaschi mit 11,84 Prozent der Erststimmen. Bei den Zweitstimmen bietet sich in Stutensee ein ähnliches Bild. Nach der CDU mit 33,52 Prozent erreichte die SPD mit 16,73 Prozent den zweiten Platz, was einem Minus von 4,67 Prozentpunkten entspricht. Auf Platz Drei in der Großen Kreisstadt liegen die Grünen mit 13,85 Prozent. Sie erhalten 3,85 Prozentpunkte mehr als 2013. Gleichauf liegen die Freien Demokraten und die AfD mit jeweils 12,78 Prozent. Für beide Parteien ein deutlicher Zuwachs. Die Wahlbeteiligung lag in Stutensee mit 80,5 Prozent um etwa fünf Prozentpunkte höher, als im gesamten Bund.

Oberbürgermeister Klaus Demal von den Freien Wählern zeigte sich vor allem über das gute Abschneiden der AfD bundesweit wie auch in Stutensee erschüttert. „Jetzt ist es an den großen Parteien, auf die Sorgen der Menschen einzugehen. Diese liegen auch und vor allem in den Kommunen. Die neue Bundesregierung muss sich verstärkt um deren Besserstellung kümmern“, forderte Demal in einer ersten Reaktion auf die Zahlen. Die Blankenlocher Stadtteilausschussvorsitzende Sylvia Duttlinger (CDU) hatte mit einem ähnlichen Ergebnis auf Bundesebene bereits gerechnet: „Einerseits ist es schön, dass wir wieder stärkste Kraft sind. Die Bildung einer neuen Regierung sehe ich aber sehr problematisch.“ Zwar wolle niemand eine Koalition mit der AfD eingehen, es gehe aber auch nicht, die Stimmen der Wähler einfach zu ignorieren.

„Meine Wunschkoalition wäre Schwarz-Gelb, aber das ist bei dem Ergebnis zahlenmäßig nicht drin“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Ansgar Mayr gegenüber meinstutensee.de. Auch er war von dem Ergebnis zwar nicht überrascht, zeigte sich aber sichtlich unzufrieden. Einer sogenannten Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen stehe er sehr skeptisch gegenüber. Ludwig Streib, Gemeinderat und Vorsitzender der Stutenseer Grünen erlebte die Wahl mit gemischten Gefühlen: „Einerseits freut es mich natürlich, dass die Grünen vor Ort noch zugelegt haben und wir auch im gesamten Bund einen leichten Zuwachs zu verzeichnen haben. Dennoch zieht mit der AfD nun eine Partei in den Bundestag, die an vielen Stellen offen rechtsextreme Positionen bezieht.“ Dies könne und dürfe man nicht tolerieren. Der einzige Hoffnungsschimmer sei, dass lange nicht so viele Menschen AfD gewählt hätten, wie er zuvor befürchtet hatte.

Nach Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse werden wir über die relevanten Daten für Stutensee und den Landkreis Karlsruhe berichten.

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