Ein Mädchen stand panisch schreiend am Fenster und rief um Hilfe, während dicker Rauch aus dem Gebäude drang: Dieses dramatische Szenario bot sich den Passanten am Samstagnachmittag am neuen Kindergarten „Seepferdchen“ in Spöck. Glücklicherweise handelte es sich nur um eine Übung.
Kurz nach 16 Uhr heulten in Spöck die Sirenen. Nur vier Minuten später trafen drei Fahrzeuge der Spöcker Feuerwehr am Einsatzort ein – im realen Notfall sei die Feuerwehr in der Regel innerhalb von zehn Minuten vor Ort. „Als Betroffenem kommt einem das extrem lang vor“, erklärte Abteilungskommandant Daniel Paulus den Zuschauerinnen und Zuschauern, die das Geschehen trotz Regens auf der Straße verfolgten.
Vor Ort erwartete die Einsatzkräfte ein unübersichtliches Bild. Die Einrichtungsleiterin meldete sechs vermisste Kinder im verrauchten Gebäude. Ausgerüstet mit Atemschutz begaben sich die Rettungskräfte umgehend auf die Suche. Bei den „Verletzten“ handelte es sich um geschminkte Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die realistisch dargestellt aus verschiedenen Räumen gerettet werden mussten. Im Freien übernahmen Helferinnen und Helfer des DRK Ortsvereins Spöck die Erstversorgung.
Paulus nutzte die Gelegenheit, um die Bevölkerung nicht nur über den Ablauf zu informieren, sondern auch für Warn-Apps auf dem Smartphone zu werben. Diese seien sowohl bei Großbränden als auch bei Unwettern und Überflutungen ein zentrales Warnmittel.
Mit dem Ablauf der Übung war der Kommandant zufrieden. Die Verletzten seien zügig gerettet worden, die Brandbekämpfung sei erfolgreich gewesen.
Die Spöcker Feuerwehr führt jedes Jahr eine Jahreshauptübung durch und lernt dabei wichtige Gebäude in ihrem Stadtteil kennen wie vorletztes Jahr in der evangelischen Kirche.
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