Glasfaser-Update September 2026: Neue Gehwege, Provisorien und Post von der Deutschen Glasfaser

Glasfaserlager in Spöck

Bild: Jochen Pfeiffer

Von Jochen Pfeiffer | 08.10.2026 6:21 | Keine Kommentare

Während der Tiefbau in Friedrichstal weiter zügig voranschreitet und Gehwege komplett erneuert werden, ist in Büchig der Fortschritt eher verhalten und das Straßenbild von provisorisch verschlossenen Gehwegen geprägt. Die Deutsche Glasfaser sorgt mit Absageschreiben endlich für Klarheit bei den Betroffenen.

Aktuell: Was im September passiert ist

Neue Pflastersteine in der Fichtestraße in Friedrichstal

In Friedrichstal arbeiteten die Baufirmen im August vor allem im Jägersteig, in der Fichtestraße und in der Silcherstraße. An weiteren Stellen wurden Restarbeiten erledigt. Damit ist der Tiefbau für den ersten Ausbauauftrag, der den nördlichen Teil von Friedrichstal-West betrifft, weitgehend abgeschlossen.

In der Fichtestraße und in der Silcherstraße östlich der Friedrichstaler Allee erneuerte die ausführende Baufirma im Rahmen der Glasfaserarbeiten die Gehwegbeläge komplett. Die Stadt hatte diese Arbeiten separat beauftragt und trägt die Kosten. Nach Auskunft der Stadtverwaltung sollen Gehwege mit alten Platten möglichst einen neuen Belag aus Pflastersteinen erhalten.

Provisorisch Belag in der Waldstraße in Büchig

In Büchig wurde in der Waldstraße bis auf Höhe des Buchenrings ausgebaut. Außerdem verlegten die Firmen die restlichen Abschnitte der Sterntalerstraße und den Hänsel-und-Gretel-Weg. Anders als in Friedrichstal verschlossen die Firmen Gehwegbereiche mit altem Belag bisher nur provisorisch mit Mineralbeton.

Zusätzlich entsteht aktuell der Übergabepunkt zum Netz der Telekom nahe dem ökumenischen Kirchenzentrum.

Ende August erhielten Bürgerinnen und Bürger, die einen Anschluss bei der Deutschen Glasfaser beauftragt hatten, ein Schreiben. In dem Brief, der der Redaktion vorliegt, heißt es: „Wir müssen Sie leider darüber informieren, dass wir den Glasfaser-Ausbau an Ihrer Adresse (…) nicht durchführen werden.“ Am Ende des Schreibens steht der Satz, auf den viele gewartet haben: „Gerne bestätigen wir Ihnen hiermit, dass der von Ihnen bei der Deutschen Glasfaser eingereichte Auftrag für Sie keine Bindungswirkung entfaltet.“

Thema: Glasfaser-Netzverteiler – Die grauen Kästen am Straßenrand

Beim Glasfaserausbau stellen die Firmen am Straßenrand graue Gehäuse auf. Das sind Glasfaser-Netzverteiler, kurz NVt. Sie verbinden das Glasfasernetz mit den Häusern eines Wohngebiets: Hier kommt das Hauptkabel aus der Betriebsstelle an und wird auf die Anschlüsse der umliegenden Grundstücke verteilt.

Anders als die bekannten Multifunktionsgehäuse des DSL-Netzes enthält ein Glasfaser-NVt keine aktive Technik. Er benötigt keinen Stromanschluss und verursacht im Betrieb weder Lüftergeräusche noch Vibrationen.

Glasfaser-Netzverteiler

Bei den in Stutensee verwendeten Gehäusen des Herstellers Raycap kommt das Hauptkabel links im Gehäuse an. Auf der rechten Seite führen Mikrorohre zu den umliegenden Häusern. Wird ein Haus angeschlossen, lässt sich das Glasfaserkabel durch das vorhandene Rohr bis dorthin einblasen.

Im Inneren verbinden Techniker Hauptkabel und die Kabel der einzelnen Anschlüsse in Spleißkassetten. Beim Spleißen verschmelzen sie zwei Glasfaserenden dauerhaft miteinander. Die Kassetten schützen die empfindlichen Verbindungen und halten die Fasern geordnet.

Bei diesem Gehäusetyp sind die Kassetten auf der Innenseite der Tür angebracht. In den Kassetten befinden sich auch optische Koppler. Mit ihnen wird ein optisches Signal auf 32 oder 64 Anschlüsse verteilt.

Technikfrage: Warum trotz Glasfaser oft nur ein Gigabit buchbar ist

Glasfaser kann technisch deutlich mehr als ein Gigabit pro Sekunde übertragen. Trotzdem bieten die meisten Anbieter für Privathaushalte derzeit Tarife mit maximal 1.000 Mbit/s an. Das liegt hauptsächlich an der Nachfrage: Für die meisten Anwendungen reicht ein Gigabit aus, sodass schnellere Tarife bislang nur eine kleine Zielgruppe ansprechen.

Hinzu kommt die verwendete Übertragungstechnik GPON (Gigabit Passive Optical Network). Dabei teilen sich mehrere Teilnehmer ein gemeinsames Signal, wodurch die Geschwindigkeit pro Teilnehmer begrenzt wird. Die Technik ist seit Jahren etabliert und bietet für die derzeit benötigten Bandbreiten eine wirtschaftliche Lösung.

Wenn künftig höhere Bandbreiten benötigt werden, kann die Übertragungstechnik angepasst werden. Dafür sind in der Regel keine Erdarbeiten erforderlich. Die aktive Technik lässt sich in den Vermittlungsstellen und die Verkabelung in den Verteilern einfach anpassen.

Ein Gigabit über Glasfaser bietet trotzdem einen Vorteil gegenüber einem vergleichbaren Kabelanschluss. Beim aktuellen 1-Gbit/s-Tarif der Telekom sind bis zu 500 Mbit/s im Upload vorgesehen, während bei 1-Gbit/s-Kabeltarifen häufig nur 75 Mbit/s angeboten werden.

Eure Meinung ist gefragt

Welche Themen sollen wir in den kommenden Ausgaben des Glasfaser-Updates näher beleuchten? Welche Technikfragen sollen wir beantworten? Schreibt eure Wünsche an redaktion@meinstutensee.de.

Bildquellen:

  • Glasfaser-Update: Jochen Pfeiffer
  • Glasfaser-Netzverteiler: KI-generiert
  • Glasfaserlager in Spöck: Jochen Pfeiffer
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