Wie gut gemeinsamer Sport trotz körperlicher Beeinträchtigung funktioniert und wie viel Spaß er macht, zeigten am Montag Kinder mit und ohne Beeinträchtigung zwischen 6 und 14 Jahren in Friedrichstal. Dabei hatten sie die einmalige Chance, den Paralympicssieger Niko Kappel persönlich kennenzulernen und unter Anleitung des Inklusionsmobils sowie dem TV Friedrichstal verschiedenste inklusive Sportarten auszuprobieren.
Bereits im vergangenen Jahr war das Inklusionsmobil beim TV Friedrichstal zu Gast und brachte den Kindern unter anderem Sitzvolleyball und Rollstuhlbasketball näher. Seitdem hat der Turnverein sein inklusives Angebot stetig weiterentwickelt und so beispielsweise zwei autistischen Kindern die Teilnahme an der Leichtathletikgruppe ermöglicht, als sie zu alt für die bestehende inklusive Kinderturngruppe waren.
Nun, beim zweiten Besuch, durfte die genannte Leichtathletikgruppe weitere inklusive Sportarten ausprobieren. Direkt zum Start mussten sich die Kinder beispielsweise beim „Goalball“ vollkommen auf ihr Gehör verlassen, um die Position der Bälle herauszufinden. Diese machten sich nur durch leises Glöckchenklirren bemerkbar. Bereits hier wurde deutlich: Die Kinder hatten viel Spaß und keine Scheu davor, das neue Spielkonzept auszuprobieren.
Das setzte sich auch in den weiteren Sportarten fort: vom Weitsprung mit Simulationsbrillen, die verschiedenste Sehbeeinträchtigungen simulieren, über Sprinten mit Dunkelbrillen im Team bis hin zum Kugelstoßen unter Anleitung von Niko Kappel persönlich, der in dieser Disziplin bei den Paralympics 2016 die Goldmedaille holte.
„Das ist ein echtes Herzensprojekt von mir, denn das, was wir hier auslösen, ist einfach super!“, erzählt Niko Kappel, Botschafter des Inklusionsmobils, begeistert. „Die Kinder rennen direkt zu den Stationen und haben keine Vorbehalte. Und genau darum geht es: Ich will gemeinsam mit dem Inklusionsmobil zeigen, dass alle gemeinsam, mit und ohne Einschränkungen, Sport treiben können! Denn jeder hat seine Stärken und Schwächen, und es gibt für jeden etwas, das er gut kann.“
Zum Abschluss durften die Kinder Niko Kappel noch mit ihren Fragen löchern. Dabei hielten sie sich nicht zurück und fragten alles von der Schuhgröße über familiäre Verhältnisse bis hin zu sportlichen Ambitionen. Er beantwortete ihnen alles und ging unter anderem auch darauf ein, warum er kleiner sei als andere Erwachsene und dass das aber auch gar nicht schlimm sei und sogar Vorteile habe – beispielsweise habe er im Flugzeug mehr Platz als große Menschen.
Am Ende stand ein klares Fazit bei den Kindern: Das hat Spaß gemacht und sie würden gerne auch in Zukunft die ausprobierten, inklusiven Sportarten praktizieren!
Um dies zu ermöglichen spendete das Inklusionsmobil dem TVF gemeinsam mit der Aktion „Scheine für Vereine“ von Rewe zwei Goalbälle sowie Dunkelbrillen.
„Über 50 Prozent der Kinder mit Behinderung treiben keinen Sport und das wollten wir ändern“, erklärt Pascal Scheffel vom Inklusionsmobil. Seit 2024 ist das Inklusionsmobil des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) daher auf Tour und besucht Vereine, Schulen und Veranstaltungen, um für inklusiven Sport zu werben und soziale Teilhabe zu fördern.
Bildquellen:
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