Schrammte die erste Stadtbahn in Blankenloch an einem Kompressor entlang? Sollte das alte Schulhaus abgetragen und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden? Wurde in Blankenloch der Sitz des Bundesgerichtshofes beschlossen? Was ist wahr, was erfunden? Hanspeter Gaal führte die Gäste seines Stadtrundgangs am Samstag desöfteren aufs Glatteis.
Etwa zwanzig Besucherinnen und Besucher schlossen sich Hanspeter Gaal, dem Vorsitzenden des Heimat- und Museumsvereins, bei seinem Spaziergang durch die Blankenlocher Hauptstraße an. Viele wohnten gar nicht in Blankenloch, zeigten sich aber sehr interessiert und teils auch kundig.
Zu Beginn verteilte Gaal rote und grüne Karten unter den Gästen sowie ein Stück Schnur. Immer wenn es eine Frage zu beantworten gab, war die grüne (Wahrheit) oder die rote Karte (Dichtung) vorzuzeigen. Bei richtiger Beantwortung durfte man sich einen Knoten in seine Schnur machen. Der Gewinner – zwölf von vierzehn richtige Antworten – wurde am Ende mit einem Gutschein für Kaffee und Kuchen am Tag des offenen Denkmals belohnt.
Der Rundgang begann am Kerns-Max-Haus und führte nach Süden bis zum Tolnaplatz. Immer wieder machte die Gruppe unterwegs Halt, und Gaal erzählte historische Fakten und Anekdoten. Wurde die Kirche tatsächlich in dem Jahr eingeweiht, das über dem Haupteingang zu lesen ist? Wird eine solche Frage gestellt, liegt der Verdacht nahe, dass es nicht so war. Hanspeter Gaal erklärte die Hintergründe.

Vom daneben liegenden Hermannshäusle wusste er zuberichten, dass es früher Treffpunkt von Verfassungsrichtern und Staatsanwälten gewesen ist. Aber beschlossen diese wirklich in Blankenloch, wo der Bundesgerichtshof seinen Standort bekommen soll – nämlich in Karlsruhe?
Der Bau der Stadtbahn war mehrfach Thema. Wurde ihr Bau verzögert, weil Abbruchgenehmigungen für zwei Häuser nicht schnell genug kamen? Sollte es ein Wassergleis geben? War unter der großen Friedenslinde am Tolnaplatz, die dem Stadtbahnbau weichen musste, tatsächlich ein Schatz vergraben?
Und nicht zuletzt: Kann man heute eigentlich noch „richtiger Blankenlocher“ werden? Dazu muss man wissen, dass es das ungeschriebene Gesetz gibt, dass sich nur derjenige Blankenlocher nennen darf, der schon einmal in „die Dorfbach“ – Einheimische verwenden die weibliche Form – gefallen ist.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung waren engagiert bei der Sache, manche brachten auch Vorkenntnisse mit, so dass die eindreiviertel Stunden schnell vergingen.
Für das kommende Frühjahr ist die nächste Führung des Heimat- und Museumsvereins Blankenloch/Büchig geplant, die sich dem nördlichen Teil Blankenlochs widmen soll.
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