Der Regionalverband ist derzeit auf der Suche nach geeigneten Flächen für Windkraft- und Freiflächen-Solaranlagen. Die Stutenseer Gemarkung ist aus Sicht der Planer für Windkraft nicht geeignet. Zwei Flächen sollen jedoch für Solaranlagen ausgewiesen werden.
Im Auftrag der Landesregierung muss jeder Regionalverband in Baden-Württemberg derzeit 1,8 Prozent seiner Fläche für Wind- und 0,2 Prozent für Sonnenkraft ausweisen. Wenn dieses Ziel bis Ende 2025 erreicht wird, ist es nur dort erlaubt, entsprechende Anlagen zu errichten, ansonsten wäre es überall erlaubt.
Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein hat nun seine Planung vorgelegt und die Kommunen um Stellungnahme gebeten. Deshalb hat sich auch der Stutenseer Gemeinderat vergangenen Montag damit befasst. Auf Stutenseer Gemarkung befinden sich zwei Flächen für Freiflächensolaranlagen: eine zwischen Blankenloch und Friedrichstal an der Bahnstrecke und eine weiter nördlich zwischen Friedrichstal und Spöck, ebenfalls an der Bahnstrecke.
Aufgrund von Wildtierkorridoren und Feldvögelvorkommen will die Stadtverwaltung noch leichte Verschiebungen der Flächen erreichen, stimmt dem Vorhaben aber grundsätzlich zu.
Die Meinung im Gemeinderat dazu ist gespalten. „Ich finde Solarfelder erschreckend und umweltschädlich“, so Nicole LaCroix (CDU). Sie rechne mit einem Aufschrei der Landwirte. Vorher solle man Fahrradwege oder Parkflächen mit Solarzellen überdachen.
Tobias Walter (Junge Liste) widersprach: „Die Flächen liegen an der Bahnlinie, nicht in der freien Natur.“ Ob sie überhaupt genutzt werden, liege an den Grundstückseigentümern. Die Junge Liste begrüße das grundsätzlich. Beim Thema Windkraft sei er froh, dass der „Kelch an Stutensee vorbei gegangen ist“.
„Ich begrüße das an und für sich“, so Thomas Hornung (CDU). Für die Landwirte sei das nur teilweise ein Verlust. Diese bekämen für Stromerzeugung ein Mehrfaches im Vergleich zur Landwirtschaft. Das Grün zwischen Solaranlagen bringe auch den Vögeln etwas, deshalb könne er das mittragen.
Volker Stelzer (Grüne) freute sich zwar über die Flächen für Solar, bedauerte jedoch das Fehlen von Windkraft. „Das ist ein struktureller Nachteil“, meinte er. Stutensee habe deshalb nur 0,75 Prozent Energieflächen, während andere Kommunen höhere Einnahmen haben. Um Standortnachteile zu vermeiden, müssten weitere Freiflächen gesucht und „ganz schnell“ Dächer mit Photovoltaik belegt werden.
Das Ganze sei nur ein Verwaltungsakt, so Wolfgang Sickinger (SPD), dem seine Fraktion uneingeschränkt zustimme. Es gebe keinen Zwang, die Flächen auch zu nutzen. Die gewählten entlang der Bahn seien landwirtschaftlich nicht besonders wertvoll, auf Artenschutz werde Rücksicht genommen.
Nicole LaCroix (CDU), Iris Schlimm (FW) und Walter Dörflinger (FW) stimmten gegen die Solar-Planung, Lutz Schönthal (CDU) und Edith Nagel (FDP) enthielten sich, alle übrigen Gremiumsmitglieder stimmten zu.
Der Windkraft-Planung passierte das Gremium ohne Gegenstimmen bei einer Enthaltung.
Bildquellen:
- Photovoltaik Freiflächensolaranlage: Sebastian Ganso/Pixabay
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