Das Dach des Gebäudes in Spöck, in dem sich das Begegnungszentrum „Regenbogen“ sowie das Sozialkaufhaus „Kreuz + Quer“ befindet, soll für 800.000 Euro saniert werden. Das beschloss der Gemeinderat in seiner Februar-Sitzung vergangenen Montag. Kritik an der Priorisierung kam aus Friedrichstal.
In den vergangenen Jahren ist das Gebäude durch die ehrenamtliche Leistung eines kleinen Bauteams saniert worden. Das Begegnungszentrum konnte eröffnet werden, das Dach wurde jedoch nicht erneuert. Schwere Wassereinbrüche hätten bereits Schäden verursacht, so die Spöcker Ortsvorsteherin Karin Vogel (Freie Wähler). Für sie habe die Sanierung hohe Priorität, um weiteren Schaden abzuwenden und um zu verhindern, dass das Team von „Kreuz + Quer“ seine Arbeit aufgibt.
„Viele andere Sanierungsmaßnahmen liegen schon länger auf Halde“, erwiderte ihr Friedrichstaler Amtskollege Lutz Schönthal (CDU). Er erinnerte an die Unterführung Eichendorffstraße, an das Alte Rathaus mit defekter Heizungsanlage und das Oskar-Hornung-Haus. Die Prioritäten seien hier aus seiner und aus der Sicht des Ortschaftsrates nicht richtig gesetzt. Dafür wolle er ein Zeichen setzen, indem er gegen das jetzige Vorhaben stimme. Das solle jedoch kein Affront gegenüber Spöck sein, betonte Schönthal.
Beate Hauser (SPD), ebenfalls aus Friedrichstal, befürwortete zwar die Dachsanierung, sprang Schönthal jedoch bei, was die Sanierungsbedürftigkeit der städtischen Bauwerke in Friedrichstal angehe. „Friedrichstal wird benachteiligt, das muss mal deutlich gesagt werden!“
Oberbürgermeisterin Petra Becker wies den Vorwurf der falschen Priorisierung zurück. Das Vorhaben sei so im Haushalt vorgesehen, der vom Gemeinderat beschlossen wurde.
„Wir sollten nicht die Ortsteile gegeneinander ausspielen“, meinte Tobias Walter (Junge Liste). Hier gehe es darum, Schäden am neuen Gebäude abzuwenden. Deshalb müsse man in den sauren Apfel beißen. Das Begegnungszentrum sei für ganz Stutensee. Allerdings wolle er im Nachgang auch eine Gesamtrechnung für die Einrichtung sehen.
Ludwig Streib (Grüne) zeigte sich überrascht angesichts des Preises für die Dachsanierung in Höhe von gut 800.000 Euro. Die damalige Verwaltungsspitze hätte betont gehabt, das Projekt koste die Stadt so gut wie nichts aufgrund der ehrenamtlichen Arbeiten. Nun habe man in Spöck die Sanierung des Hallenbads abgelehnt, da müsse die Verwaltung zeigen, wie viel Geld in das Begegnungszentrum geflossen sei.
Thomas Hornung (CDU) wies auf das nächste Problem hin: Der Architekt habe bereits darauf hingewiesen, dass auch die Außenwand nicht die beste sei. „Aber wir dürfen den Wert, der durch die Eigenleistungen geschaffen wurde, nicht gefährden.“ Die weitere Priorisierung von Sanierungsmaßnahmen müsste in einer Klausursitzung getroffen werden.
Schönthal war bei der Abstimmung der einzige, der gegen das Vorhaben stimmte. Marcel Konrad (CDU), auch aus Friedrichstal, enthielt sich.
Im Anschluss an die Sanierung soll eine Bürgerenergiegenossenschaft beauftragt werden, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu errichten. Hierfür sei im Haushalt kein Geld vorgesehen, so die Stadtverwaltung.
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