Wie soll Stutensee wachsen?

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 28.06.2023 21:13 | 1 Kommentar

Sechzehn Hektar sind vor einigen Jahren für das Wachstum von Blankenloch und Büchig vorgesehen worden. Nach dem Bürgerentscheid zur Teilbebauung des Lachwalds wurde diese Fläche in einem „Flächenpool geparkt“. Nun müssen jedoch konkrete Flächen gefunden werden. Die Stadtverwaltung will hierfür einen Werkstatt-Prozess starten, der im März 2024 einen Abschlussbericht vorlegen soll. Dabei wird auch die Öffentlichkeit beteiligt.

Schon 2012 begann der Prozess zur Erstellung des „Flächennutzungsplanes 2030“. In allen Stutenseer Stadtteilen wurden Flächen als mögliche neue Wohn- oder Gewerbegebiete beim Nachbarschaftsverband angemeldet. Unter diesen Flächen befand sich auch der halbe Lachwald bei Büchig. In einem Bürgerentscheid sprach sich die Stutenseer Bevölkerung gegen die Bebauung aus. Die Verwaltung zog daraufhin alle Flächen in Blankenloch und Büchig zurück, die für den Flächennutzungsplan vorgesehen waren, und fasste sie in einem „Flächenpool“ zusammen.

Entwurf Flächennutzungsplan 2030 von 2017 mit Flächen in allen Stadtteilen

Bis Ende 2022 hätten diese 16 Hektar auf konkrete Flächen verteilt werden müssen. Stutensee habe eine Verlängerung beantragt, um das Thema im Rahmen des Stadtentwicklungsplans (STEP) zu diskutieren, erläuterte Erste Bürgermeisterin Tamara Schönhaar in der Gemeinderatssitzung vergangenen Montag. Da das Thema dort jedoch nicht abschließend diskutiert wurde, schließt sich nun ein neuer Prozess an. Dieser soll die künftige Ausrichtung der städtebaulichen Entwicklung klären.

Betreut wird der Prozess von der Kommunalberatung Michael Isselmann. Isselmann betonte den Grundsatz des „schonenden Umgangs mit Flächen“, der im Rahmen des Stadtentwicklungsprozesses festgelegt wurde.

Die Arbeiten sollen im September 2023 beginnen, über Interviews, Workshops und Öffentlichkeitsbeteiligung möglichst viele Sichtweisen einholen und im März 2024 mit einem Abschlussbericht enden.

Dieses Vorgehen stieß auf Zustimmung bei den Gemeinderatsfraktionen.

Nicole LaCroix äußerte die Erwartung der CDU/FDP-Fraktion: „Es wäre fatal, wenn wir keine Flächen im Flächennutzungsplan ausweisen würden.“ Auch für die nächste Generation müssten Entwicklungsmöglichkeiten da sein.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Prozess“, so Karin Vogel (Freie Wähler). Raum für Diskussion sei wichtig. Sie sei sehr gespannt auf das Ergebnis.

Susanne Suhr (Grüne) wies auf die Zielkonflikte zwischen Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz hin. Auch die Biotopvernetzung müsse bei der Flächenplanung berücksichtigt werden.

Wolfgang Sickinger (SPD) stellte fest, dass in den vergangenen Jahren bereits einige neue Wohnflächen im Innenbereich Blankenlochs entstanden seien und fragte, ob diese auf die 16 Hektar angerechnet werden könnten. Diese Frage sei Teil des Prozesses, erläuterte Oberbürgermeisterin Petra Becker. Es gebe keine direkte Anrechnung. Aber ob nach 16 Hektar gesucht werden soll, sei durchaus zu diskutieren.

„Das wird eine harte Diskussion“, prophezeite Tobias Walter (Junge Liste). Er hoffe auf viele Teilnehmer, um ein möglichst breites Bild zu bekommen.

Bei einer Gegenstimme wurde das weitere Vorgehen beschlossen.

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