Kinderbetreuung und Hallenbad wichtigste Themen in Spöck

Einwohnerversammlung Spöck

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 29.04.2023 16:40 | 2 Kommentare

Sehr gut gefüllt war die Spechaahalle am Mittwoch, dem 26. April. Die Stadtverwaltung hatte zu einer Einwohnerversammlung geladen, wie sie regelmäßig in allen Stadtteilen durchgeführt wird. In Spöck war das Interesse groß. Besonders die Probleme bei der Kinderbetreuung und die Zukunft des Spöcker Hallenbads waren den Anwesenden wichtig. Die Stimmung war emotional. Immer wieder wurden Fragesteller mit Beifall und Zwischenrufen unterstützt.

Die Stadtverwaltung hatte eine umfangreiche Agenda mitgebracht. Themen, die speziell Spöck betrafen, wie die Sanierung der Landesstraße L558 und der Reitteilstraße oder die Dachsanierung am Begegnungszentrum, standen auf der Liste. Dazu kamen allgemeinere Themen wie die zentrale Wasserenthärtung, das Starkregenmanagement oder die geplante Gütertrasse Mannheim – Karlsruhe.

Immer wieder wurde der Ablauf jedoch durch Fragen aus dem Publikum unterbrochen. Die brennenden Themen aus Sicht der anwesenden Spöckerinnen und Spöcker waren fehlende Kindergartenplätze und die Zukunft des örtlichen Hallenbads.

„Wieso ist mit dem Neubaugebiet nicht auch ein Kindergarten mitgeplant worden?“ war eine der Fragen oder warum nur Kindergartenplätze in einem anderen Stadtteil angeboten würden. Thomas Schoch, nach dem Weggang von Bürgermeister Edgar Geißler, kommissarischer Amtsleiter für diesen Bereich, verwies auf die im vergangenen Jahr durchgeführte Kindergartenbedarfsplanung, bei der erstmals Bedarf und bauliche Möglichkeiten übereinander gelegt worden seien. Im Publikum fand er wenig Verständnis dafür, dass erst jetzt eine solche Planung durchgeführt worden ist.

Podium: Bauamtsleiter Johannes Klawe, Ordnungsamtsleiter Thomas Schoch, OB Petra Becker, Erste Bürgermeisterin Tamara Schönhaar, Leiter des Stadtentwicklungsamts Peter Maag, Schriftführerin Barbara Breitenstein

Die Verwaltungsspitze auf dem Podium versuchte, die Wogen zu glätten. „Wir haben vollstes Verständnis“, so Schoch, „wir sind alle dran, die Situation zu regeln.“ „Wir versuchen, so schnell es geht, Lösungen zu finden“, ergänzte Oberbürgermeisterin Petra Becker und verwies auf den Bau von Naturkindergärten in Friedrichstal und Büchig. Das besänftigte die Spöcker nicht, die Plätze in ihrem eigenen Stadtteil forderten. „Wir müssen stadtteilübergreifend denken“, so die Oberberbürgermeisterin. „Wir werden es nicht hinbekommen, die Bedarfe vor Ort zu decken.“

Ein zweites emotionales Thema war die Zukunft des Spöcker Hallenbads, das derzeit wegen eines Defekts an der Filteranlage geschlossen ist. OB Becker erläuterte, dass zunächst sämtliche Zahlen und Fakten zusammengetragen werden, um im Sommer eine fundierte Entscheidung über die Zukunft des Bads treffen zu können. Dabei seien auch die bisherigen Nutzer wie die DLRG-Ortsgruppe eingebunden.

Ein Bürger verwies darauf, dass sich der Nutzen des Schwimmenlernens nicht in Euro messen ließe. Zudem wurde die Vermutung geäußert, die Stadtverwaltung könne die defekte Filteranlage zum Anlass nehmen, das Bad nicht mehr zu öffnen. Das wies OB Becker zurück: „Es wird nichts ausgesessen.“ Nachdem das Filtermaterial abgesaugt worden sei, müsse nun die Ursache ermittelt werden, erläuterte Baubürgermeisterin Tamara Schönhaar. Expert:innen sollen daraufhin Handlungsempfehlungen erarbeiten und diese mit Kosten versehen. Erst wenn diese vorliegen, könne entschieden werden, wie weiter verfahren wird.

Auf Einwände aus der Bevölkerung stieß auch die vorgestellte Planung des Grünzuges durch das Spöcker Neubaugebiet. Hier sind einzelne Spielgeräte für kleinere Kinder bis 7 Jahren vorgesehen, die über die Länge des Grünzuges quer durch das Gebiet verteilt werden sollen. Die Konzentration der Spielgeräte auf eine Stelle wäre in diversen Wortmeldungen bevorzugt worden. Es handele sich um einen Grünzug, nicht um einen klassischen Spielplatz, erläuterte Schönhaar die Entscheidung. „Das ist auch kein Ersatz für einen Großspielplatz“, betonte OB Becker. Dieser wurde in diversen Beiträgen vermisst, um auch ein Angebot für ältere Kinder und Jugendliche im Neubaugebiet zu haben.

Beifall aus dem Publikum gab es jedoch auch, und zwar nach dem Vortrag zum aktuellen Stand des Bahnausbaus Mannheim – Karlsruhe, als Oberbürgermeisterin Becker vehement dafür eintrat, keine Bahntrasse nahe an der Spöcker Bebauung vorbei quer über Stutenseer Gemarkung zulassen zu wollen. Anwälte seien bereits einbezogen. Zunächst müsse jedoch abgewartet werden, für welche Linienvariante sich die Bahn letztendlich entscheide.

Die nächste Einwohnerversammlung soll im Herbst in Staffort stattfinden.

Bildquellen:

  • Einwohnerversammlung Spöck: Martin Strohal
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