Südenstraße: Weitere Innenverdichtung gescheitert

Südenstraße Blankenloch

Bild: Olaf Matthei-Socha

Von Martin Strohal | 09.09.2022 16:13 | 1 Kommentar

Der Gemeinderat hatte sich die Schaffung von Baugrundstücken in zweiter oder dritter Reihe, die sogenannte Innenverdichtung, auf die Fahnen geschrieben. Doch nachdem bereits ein Pilotprojekt in Staffort mangels Interesse der Anwohner nicht zustande gekommen ist, ist nun auch das Vorhaben in der Blankenlocher Südenstraße gescheitert.

Um Wünschen von bauwilligen Anwohner:innen auf ihren Grundstücken in zweiter Reihe entgegenzukommen, hat der Gemeinderat Anfang 2021 ein Bebauungsplanverfahren gestartet. Von zehn Grundstückseigentümer:innen haben jedoch nur drei den Vertrag zur Übernahme der Planungskosten unterzeichnet.

Bei der Beteiligung der Öffentlichkeit im Februar und März 2021 im Rahmen des Verfahrens seien von Seiten der Öffentlichkeit ungewöhnlich viele und ausführliche Stellungnahmen eingegangen, so die Stadtverwaltung. Die Bedenken bezogen sich großteils auf die Parksituation in der Südenstraße, die bereits jetzt schwierig sei. Die Verpflichtung, zwei Stellplätze pro Grundstück auszuweisen, überzeugte viele nicht. Auch die Kapazität der Ver- und Entsorgungsleitungen wurde angezweifelt. Die Verwaltung hält diese jedoch derzeit für ausreichend. Teilweise abgelehnt wurde die Bebauung bis an die Grundstücksgrenzen, auch mit Verschattung des Gartens wurde argumentiert.

Als Fazit steht eine zu geringe Beteiligung der Grundstückseigentümer:innen sowie entgegenstehende Interessen fest. Der Gemeinderat beschloss daraufhin bei vier Enthaltungen, das Verfahren einzustellen. Die entstandenen Kosten für den Bebauungsplanprozess trägt die Stadtverwaltung.

„Wir sind enttäuscht, dass das nichts wird“, bekannte Volker Stelzer (Grüne) in der Juli-Gemeinderatssitzung. Aber man dürfe nicht über den Kopf der Leute hinweg planen, sondern demokratisch mit ihnen zusammen. Auch die anderen Gremiumsmitglieder zeigten sich enttäuscht. Das Verfahren habe sich über einen sehr langen Zeitraum gezogen, monierte Karin Vogel (Freie Wähler). Das solle aufgearbeitet werden.

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