Die L559 zwischen Blankenloch und dem Gewerbegebiet ist voll gesperrt. Wer dorthin will, muss Umwege in Kauf nehmen. Das spüren auch die Gewerbetreibenden, die deutliche Umsatzeinbrüche zu verzeichnen haben. Die Stadtverwaltung verweist auf die Zuständigkeit des Regierungspräsidiums. Dieses bedauert, keine bessere Lösung gefunden zu haben.
Um über fünfzig Prozent sei der Umsatz der Bäckerei Visel eingebrochen, so Rainer Scheyhing, Assistent der Geschäftsführung. Und damit sei sie nicht allein. Derzeit ist das Gewerbegebiet Blankenloch Nord nur über den Umweg Eggensteiner Straße und entlang der Bahnstrecke zu erreichen. Da kaufen viele ihre Brötchen woanders, wenn die Bäckerei nicht mehr auf dem Weg liegt. Das Gewerbegebiet Blankenloch Süd, in dem sich unter anderem die Fasanenbäckerei, der Landmarkt Faas und Hornung Baustoffe befinden, ist sogar per Umweg über Büchig von Blankenloch aus zu erreichen.
Hätte es nicht andere Lösung als eine Vollsperrung bis Weihnachten gegeben? Nein, meint das Regierungspräsidium, das für die Durchführung der Straßensanierung verantwortlich ist. Die Straße sei insbesondere im Bereich des Kreisverkehrs und an der Grundwasserwanne nicht breit genug, um nur halbseitig zu sperren. Die geforderten Sicherheits- und Arbeitsräume seien nicht gewährleistet. An anderen Stellen der zu sanierenden Strecke wären halbseitige Arbeiten zwar möglich. Dafür müsste die Sanierung jedoch in sieben Abschnitten erfolgen, was eine Vielzahl an Fugen im Fahrbahnbelag zur Folge hätte. Außerdem würde sich die Bauzeit deutlich verlängern, und die Kosten erheblich steigen, so das Regierungspräsidium. „Aus diesen Gründen kann eine Sanierung unter teilweiser halbseitiger Sperrung weiterhin nicht in Betracht gezogen werden und die temporär erforderliche Umleitung kann leider nicht erspart werden.“
Genau das fordert jedoch Landtagsabgeordneter Ansgar Mayr (CDU): „Die aktuelle Umleitungssituation kann auf keinen Fall so bleiben.“ Er habe das Regierungspräsidium und die Stadtverwaltung gebeten, sich zu einem Vor-Ort-Termin zu treffen. „Die Stadt Stutensee hat sich unmittelbar nach Kenntnis der Umleitungssituation an das zuständige Regierungspräsidium gewandt und setzt sich für eine zeitnahe alternative Lösung ein“, so Lukas Lang, Pressesprecher der Stadtverwaltung.
Auf das Thema angesprochen machte Oberbürgermeisterin Petra Becker während der Gemeinderatssitzung vergangenen Montag jedoch wenig Hoffnung: „Wir sind an den Bauherrn gebunden.“ Die Verwaltung sei täglich im Gespräch mit den Verantwortlichen. Aus der Bürgerschaft nahm sie als Anregung die Einrichtung eines Shuttle-Busses in das Gewerbegebiet sowie eine bessere Ausschilderung der Umleitung mit.
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