Geld für vertrocknete Ersatzaufforstung

Ausgleichsmaßnahme: Teilweise vertrocknete Aufforstung am Friedrichstaler Wasserwerk

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 30.08.2022 10:15 | 3 Kommentare

Acht Jahre ist es her, dass das Blankenlocher Gewerbegebiet „Süd III“ erschlossen wurde. Hierfür wurden damals etwa fünf Hektar Wald gerodet. Deshalb war die Stadt Stutensee verpflichtet, eine Ersatzaufforstung vorzunehmen. Das erfolgte südlich von Friedrichstal. Eigentlich hätte der Gemeinderat in seiner Juli-Sitzung nur eine überplanmäßige Ausgabe hierfür freigeben sollen. Jedoch entzündete sich daran eine Diskussion über den Sinn dieser Ausgleichsmaßnahme.

120.000 Euro, die im laufenden Haushalt nicht eingeplant waren, muss Stutensee für die Ersatzaufforstungsfläche um das Friedrichstaler Wasserwerk zahlen. In den kommenden Jahren sollen weitere Pflegemaßnahmen anfallen, so die Verwaltung. Die Umsetzung der Maßnahme war an den ForstBW übertragen worden. Stutensee ist 25 Jahre lang verpflichtet, für den Ausgleich zu sorgen.

Der hohe Pflegeaufwand ist erforderlich, da die Bäume an diesem Standort nicht gut anwachsen. Es handele sich bereits um die zweite Pflanzung, erläuterte Baubürgermeisterin Tamara Schönhaar. Bei der ersten seien falsche Baumarten gewählt und nicht ausreichend gepflegt worden.

„Das war früher eine Magerrasenfläche mit feinem Sandboden“, erläuterte Stadtrat Thomas Hornung (CDU). „Deshalb werden auch die Bäume nichts.“ Man solle dem Forst besser eine andere Fläche zur Aufforstung anbieten. „Schade, dass die Wiese damals der Maßnahme zum Opfer gefallen ist!“

Sven Schiebel (Freie Wähler) fragte sich, ob für die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme beim Verkauf der Grundstücke im neuen Gewerbegebiet keine Gelder eingenommen und zurückgelegt worden seien. „Wo ist das Geld?“ Das Geld sei durchaus 2011 im Rahmen des Grundstücksverkaufs eingegangen, erläuterte Peter Maag vom städtischen Bauamt. Damit seien die Kosten der Aufforstung bezahlt worden.

Ludwig Streib (Grüne) hielt es für ausreichend, für die erste Aufforstung zu bezahlen. Für die Pflege sei schließlich der Forst zuständig. Oberbürgermeisterin Becker kündigte an, hierzu das Gespräch mit dem Forst zu suchen.

Tobias Walter (Junge Liste) bezweifelte, ob es sich überhaupt um einen rechtmäßigen Ausgleich handele, wenn ein Teil der Fläche vertrocknet sei. Auch er würde eine Änderung, beispielsweise durch Wechsel auf eine andere Fläche, vorziehen, statt viel Geld auszugeben und am Ende doch keine vollwertige Ausgleichsmaßnahme umgesetzt zu haben.

Da der Ausgleich weiter erfolgen muss, solange keine Alternative vorliegt, stimmte der Gemeinderat bei zwei Enthaltungen für die überplanmäßige Ausgabe.

Bildquellen:

  • Ausgleichsmaßnahme: Aufforstung am Friedrichstaler Wasserwerk: Martin Strohal
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