Der Drang nach Feiern und Zusammensein nach der langen Pause war auf dem Friedrichstaler Marktplatzfest deutlich zu spüren. Wegen Corona hatte das Fest um zwei Jahre verschoben werden müssen und fand vom Freitag Abend, den 22. Juli, bis zum Sonntag rund um die evangelische Kirche statt.
Die Nachfrage war insbesondere am Samstag groß. Am Sonntag, an dem das Fest bereits zur Mittagszeit begann, dauerte es aufgrund der hohen Temperaturen, bis sich das Festgelände füllte. „Wir sollten überlegen, ob wir künftig auch sonntags erst später beginnen“, so Ortsvorsteher Lutz Schönthal. In diesem Jahr ist bereits der Montag als Abschlusstag mit Handwerkeressen und abendlichem Feuerwerk weggefallen.
Der Festbetrieb wurde ausschließlich von Friedrichstaler Vereinen gestemmt. Dies sei ein Kraftakt gewesen, war von vielen Vereinen zu hören. Die Arbeitskräfte fehlten, zum einen altersbedingt, teilweise auch wegen Erkrankungen. So musste der Backhausverein seine Teilnahme kurzfristig komplett absagen. Aber auch die anderen Vereine zeigten sich unsicher, ob sie eine Veranstaltung in dieser Größenordnung noch einmal stemmen könnten.
Das abendliche Bühnenprogramm mit Live-Musik wurde am Freitag von Topinambur, am Samstag von Combo Cajon und am Sonntag von Dejan bestritten. An den Nachmittagen gab es verschiedene Tanz- und Turnvorführungen des TV Friedrichstal. Nach dem Fassanstich am Samstag standen Kinder aller drei Friedrichstaler Kindergärten als gemeinsamer Chor auf der Bühne. Neben Malen und Kinderschminken sorgte auch eine Spielstraße des Turnvereins auf der Südseite der Kirche für Spaß bei den Kleinen. Am Sonntag Nachmittag veranstaltete die evangelische Kirchengemeinde ihren traditionellen Sponsorenlauf, bei bei dem gut zwanzig Läuferinnen und Läufer der Hitze trotzten und Geld für die Jugendarbeit der Kirchengemeinde erliefen.
Nach dem ursprünglichen dreijährigen Rhythmus wäre Friedrichstal schon im kommenden Jahr wieder an der Reihe mit dem Marktplatzfest. Das scheint jedoch nicht realistisch. Ortsvorsteher Schönthal könne sich den nächsten Termin in zwei Jahren vorstellen, passend zum 325. Geburtstag Friedrichstals. Ein Zusammenfallen mit dem Spöcker Straßenfest wie in diesem Jahr wolle man auf jeden Fall vermeiden.
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