Neubau am Krokusweg bietet Diskussionsstoff

Alte Gärtnerei Krokusweg Blankenloch

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 27.04.2022 22:55 | 5 Kommentare

Im Blankenlocher Krokusweg befindet sich eine Gewerbebrache mit den Überresten einer Gärtnerei. Das Grundstück wurde vergangenes Jahr von der Baufirma Weisenburger gekauft. Diese möchte dort Mehrfamilienhäuser errichten, was insbesondere im Hinblick auf die Höhe der Gebäude sowie die Anzahl der Stellplätze für Diskussionen im Gemeinderat sorgt.

Die Firma Weisenburger sei auf die Stadtverwaltung zugekommen, berichtet Oberbürgermeisterin Becker, um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das kürzlich erworbene Grundstück erstellen zu lassen. Dieser Prozess habe jedoch noch nicht begonnen. Es habe bisher lediglich ein Vorgespräch im Januar gegeben, bei dem keine Vorfestlegungen getroffen worden seien.

Das Konzept von Weisenburger sieht drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 44 Wohneinheiten und einer Tiefgarage mit 39 Stellplätzen vor. Die Hälfte der Wohnungen soll verkauft werden, ein Viertel soll zur Miete angeboten werden, ein weiteres Viertel soll sozial gefördert werden mit einer Miete, die 33 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete läge.

Insbesondere die Höhe der Gebäude wurde im Gemeinderat vergangenen Montag kontrovers diskutiert. Direkt am Krokusweg sollen die Gebäude mit vier Stockwerken plus zurückgesetztem Dachgeschoss errichtet werden. Die Gebäude in Richtung Hauptstraße sollen über ein Geschoss weniger verfügen.

„Bei der Geschossigkeit müssen wir aufpassen“, so Nicole LaCroix für die CDU/FDP-Fraktion. Die Gebäude in der Umgebung seien nur 1,5-geschossig. Auch ein Stellplatzschlüssel unter 1,0 sei nicht gerecht im Vergleich zum Spöcker Neubaugebiet, wo zwei Stellplätze verlangt werden. Das würde den Parkdruck auf die Umgebung erhöhen. „Wir sollten bei Investoren nicht großzügig sein und bei kleinen Häuslebauern streng. Eine Reduzierung der Geschossigkeit würde das Problem mit dem Stellplatzschlüssel lösen, so Karin Vogel (Freie Wähler). Die geplante Verschattungsstudie solle kein Freifahrtschein für die Gebäudehöhe sein.

Volker Stelzer (Grüne) begrüßte das Konzept hingegen. Blankenloch habe städtischen Charakter, da sei eine solche Höhe nicht untypisch. Durch Bäume und Fassadenbegrünung ließen sich die Gebäude verträglich integrieren. Man müsse nach kreativen Lösungen suchen. Den niedrigen Stellplatzschlüssel begrüßte er, angesichts der in der Nähe gelegenen Straßenbahn. „Wir brauchen Wohnungen“, ergänzte Kathrin Weisser und verwies auf die aus ihrer Sicht bestehende Widersprüchlichkeit anderer Fraktionen, die „immer für Innenverdichtung seien – nur hier nicht“. Bei vielen kleinen Wohnungen werde nicht jeder ein Auto besitzen. Vielmehr sei Car-Sharing zu integrieren und andere Mobilitätskonzepte zu fördern.

Wolfgang Sickinger (SPD) begrüßte die sozial geförderten Wohnungen. Hier verlangte er eine Bindung für mindestens 30 Jahre. „Es ist gut, dass wir schon im Ideenstadium eingebunden werden“, freute sich Tobias Walter (Junge Liste). Wie die Grünen halte er eine vierstöckige Bebauung für möglich. Die niedrigen Häuser im Umfeld hätten ihre Gärten in die andere Richtung.

Oberbürgermeisterin Petra Becker wies zum Abschluss erneut darauf hin, dass der Bebauungsplanprozess, in den sich auch die Nachbarn einbringen können, noch nicht begonnen habe. Der Gemeinderat nahm das Vorhaben zur Kenntnis und stimmte für die förmliche Einleitung des Verfahrens.

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