Baulücken: Grundstücke für Nachkommen

Symbolbild

Bild: Capri23auto/pixabay.com

Von Martin Strohal | 28.03.2021 11:32 | 5 Kommentare

Um bei der Erschließung neuer Baugebiete zurückhaltender sein zu können, versucht die Stadtverwaltung, zusätzlichen Wohnraum innerhalb der Ortschaften zu gewinnen. Neben Leerständen und der Möglichkeit der Nachverdichtung, etwa durch Bebauung in zweiter Reihe, spielen Baulücken eine Rolle. Dazu hat die Stadt eine Umfrage durchgeführt.

Seit einigen Monaten ist Ramin Arvandi Flächenmanager der Stadt Stutensee. In dieser Rolle hat er sämtliche Besitzer:innen von unbebauten Grundstücken innerhalb der Stutenseer Stadtteile angeschrieben, um mehr über die Gründe für den Bauzustand zu erfahren. Von den angeschriebenen 197 Eingentümer:innen hätten 42 geantwortet. Über 95 Prozent von ihnen habe kein Interesse daran, das Grundstück zu verkaufen. Vielmehr werden viele für eine spätere Eigennutzung oder Nachkommen vorgehalten. Auch ein Tausch gegen ein anderes Grundstück komme für die meisten nicht in Frage.

Die Stadtverwaltung bot an, bei Fragen zu Planungsrecht, Grundstücksverkauf, Grundstückstausch oder Architektur behilflich zu sein. Aber auch daran zeigen über 80 Prozent kein Interesse. Einer befristeten Nutzung wie der Aufstellung von Wohncontainern, mobilem Wohnen wie „Tiny Houses“ oder Kindertagesstätten gegenüber wäre ein Teil der Eigentümer:innen aufgeschlossen.

Die Stadt erwägt nun, eine Baulückenbörse auf der städtischen Website einzurichten. Außerdem sollen alle, die noch nicht geantwortet haben, erneut durch die Oberbürgermeisterin angeschrieben werden.

„Der Rücklauf ist enttäuschend“, so das einhellige Fazit im Gemeinderat Anfang März. Alle Fraktionen begrüßten das Vorgehen, forderten jedoch auch die persönliche Ansprache der Eigentümer:innen. Es sei nachvollziehbar, dass die Grundstücke für die Nackommen aufgehoben werden. Einig war sich das Gremium auch darin, nicht aufzugeben, sondern einen langen Atem zu haben, auch über Generationen hinweg.

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