In Friedrichstal gibt es diverse Grünflächen, die der Ortschaftsrat vergangenen Samstag bei seiner Ortsbefahrung aufgesucht hat.
An der Wallonenstraße auf Höhe des Schulgeländes befindet sich eine Testfläche, auf der drei verschiedene Pflegemethoden getestet werden (wir berichteten). Die Stadt beteiligt sich zwar an dem Labeling-Verfahren für naturnahe Stadtbegrünung. Dieses gestalte sich jedoch sehr lang und zäh, so Ortsvorsteher Lutz Schönthal, weshalb Friedrichstal hier einen Alleingang gewagt habe.
Umweltbeauftragter Bernd Scholer beurteilt den Versuch kritisch. Die Aussat habe zu spät stattgefunden, durch Corona sei die notwendige Bewässerung in den Hintergrund getreten, und die unerwünschten Beikräuter seien nicht entfernt worden.
Klaus Hofmann (Freie Wähler) schlug vor, die Flächen nur zweimal im Jahr zu mähen, einmal im Juni und einmal im August. Über den Winter solle der Bewuchs stehen bleiben, um Insekteneier nicht zu entfernen. Außerdem dürfe nicht gemulcht werden, um dem Boden nicht weitere Nährstoffe zuzuführen. Schönthal (CDU) ergänzte dies um die Idee, an den Rändern zu Wegen weiterhin zu mähen, damit es ordentlich aussehe und klar sei, dass diese Flächen nicht in der Pflege vergessen worden seien, sondern dass ein Konzept dahinter stehe.
Der gleiche Ansatz sei bei den Grünstreifen zwischen Sportplatz und Ortseingang anzuwenden.

Bei den Grünflächen in der Berliner Allee hingegen handele es sich um technische Bauwerke, so Umweltbeauftragter Scholer. Es habe Beschwerden von Anwohnern gegeben, dass diese anders begrünt werden müssten. Es handele sich jedoch um Versickerungsbereiche für Regenwasser. Diese müssten extensiv begrünt werden. Hier könnte die gleiche Pflege mit zweimaligem Mähen angewendet werden. Radparcours wären zwar eine gute Idee, so Schönthal, könnten aber nicht offiziell eingerichtet werden, da die Stadt sonst versicherungstechnisch haftbar sei.

Ebenfalls um Begrünung ging es beim Kreisel Wallonenstraße/Berliner Allee, der 2013 gebaut wurde. Wie vom Gemeinderat beschlossen, soll dieser im Herbst neu gestaltet werden. 600 Blumenzwiebeln und Stauden sollen in einem speziellen Substrat angepflanzt werden. Die enthaltene Beregnungsfunktion, die wegen eines Rohrbruchs seit einiger Zeit außer Betrieb sei, solle wieder repariert werden. Die derzeit enthaltenen Lavendelpflanzen könnten an Interessierte abgegeben werden, wenn sie nicht zu sehr verholzt sind, so eine Idee aus dem Ortschaftsrat.
Bildquellen:
- Versuchsflächen Wallonenstraße: Martin Strohal
- Kreisverkehr Wallonenstraße: Martin Strohal
- Versickerungsbecken: Martin Strohal
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