„Geld regiert die Welt?“

(Symbolbild)

Bild: Alexas_Fotos/pixabay.com

Von Martin Strohal | 20.05.2020 7:00 | 1 Kommentar

In unserer Reihe “Aus der Lokalpolitik” schreibt heute Klaus Mayer, Fraktionsvorsitzende der Fraktion der Freien Wähler im Stutenseer Gemeinderat. Es handelt sich hierbei um die subjektive Darstellung der Fraktion.

Es ist eine Redensart: „Geld regiert die Welt“. Aber es ist nicht nur eine Redensart, wie wir leider immer wieder erfahren müssen. In unserer Gesellschaft geht es darum, Profit zu machen und was nicht profitabel ist, das wird „rationalisiert“, oft auch wegrationalisiert. Menschlichkeit, Solidarität und Empathie bleiben dabei meist auf der Strecke. Wir kennen das aus der Industrie, wo alles zum Profit hin optimiert wird, aber auch im Dienstleistungsgewerbe ist dies längst Gang und Gäbe. Der Kostendruck und Konkurrenzsituation, machen auch dem Bankwesen zu schaffen. Daran kommen auch die Banken bei uns in Stutensee nicht vorbei und die Auswirkungen sehen wir deutlich: früher ansässige Filialen der Volksbank Karlsruhe, der BB Bank wurden geschlossen; die Sparkasse Karlsruhe hat vor einigen Jahren die Filiale im Stadtteil Staffort geschlossen und vor einigen Wochen hat die Volksbank Stutensee-Weingarten ihre Filiale in Staffort ebenfalls geschlossen. Doch jeder von uns braucht eine Bank, um seine Geldgeschäfte abzuwickeln, von der einfachen Bargeldauszahlung, über die Überweisung bis hin zu Geldanlage, Kredit- oder Versicherungsgeschäften. So mancher ist mittlerweile bei einer großen Online-Bank und regelt seine Finanzen ausschließlich über das Internet.

Wir Freien Wähler halten es für außerordentlich wichtig, Banken vor Ort zu haben, mit einem guten Beratungsservice und einem kundenfreundlichen Filialnetz. Denn die regionalen Filialbanken und ihre Kunden leben vom gegenseitigen Vertrauen, nicht von der Profitmaximierung. Die Geschäftsgedanken der Sparkasse (als gemeinnützige, öffentlich-rechtliche Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft) und der Volksbank (als Genossenschaft, den Mitgliedern verpflichtet und regional verankert) beruhen genau auf diesem Prinzip des gegenseitigen Vertrauens. Die Banken brauchen Kunden, die in einer immer kurzlebigeren Zeit, dauerhaft und verlässlich ihre Bankgeschäfte mit einem regionalen Partner abwickeln. Ein regionaler Partner, wo der Bankberater die Gegebenheiten vor Ort, und seine Kunden (Privatpersonen, Kleinbetriebe oder mittelständische Unternehmen) kennt. Die Banken engagieren sich in der Förderung von Vereinen und der Kultur in der Region. Es ist also eine wichtige Symbiose, die für die Menschen in unserer Region äußerst wertvoll ist, die aber auch erhalten werden muss. Ein wichtiger Baustein hierfür ist gegenseitiges Vertrauen. Deshalb fordern wir Freie Wähler von den beiden Banken, die in Stutensee Filialen betreiben, eine offene und transparente Darstellung der künftigen Entwicklung. Dazu sollte beispielsweise klargestellt werden wie der Filialbetrieb mittelfristig aussehen wird, welche Filialen geschlossen werden sollen oder zu reinen Automatenfilialen reduziert werden? Es sollte aufgezeigt werden welche Serviceangebote vor Ort den Menschen tatsächlich noch zur Verfügung stehen und ob es in allen Stadtteilen noch eine persönliche Beratung geben wird? Insbesondere sollte dargestellt werden, welche Auswirkungen die Fusion auf Kunden bzw. Genossenschaftsmitglieder und deren Anteile bzw. Einlagen haben werden. Transparenz schafft Vertrauen! Das hilft allen.

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