Bei dem folgenden Text handelt es sich um den Leserbrief von Prof. Dr. Manfred Raupp, Mitglied der Volksbank Stutensee-Weingarten und Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Stutensee. Der Inhalt gibt die Meinung des Verfassers wieder, nicht die der Redaktion.
Die Volksbank Stutensee-Weingarten beginnt Fusionsgespräche mit der Volksbank Bruchsal-Bretten und garantiert dabei die Erhaltung der Filialen der Bank, lasen wir in der Zeitung. Die Bankfiliale Staffort soll geschlossen werden erfuhren wir mit Brief – Einspruch!
Vor mehr als 50 Jahren wurde ich wie viele Altersgenossen Kunde und Mitglied im Genossenschaftswesen in Staffort, das letztlich in der Volksbank Stutensee-Weingarten aufging.
Jetzt steht die Bank Filiale Staffort offensichtlich vor der Schließung, was mich auch als Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Stutensee aufgeschreckt hat. Hat doch die Volksbank eine satzungsmäßige Sozialverpflichtung. Staffort ohne Bank ist speziell für die Mitglieder, die damals den Bau der Gebäude im Ortskern finanzierten, kaum vorstellbar!
Hat der Aufsichtsrat seine satzungsgemäße Sozialpflicht übersehen oder bewusst diese unterdrückt? Eine Einladung zu einem Zukunftsgespräch mit den Stafforter Mitgliedern ist mir nicht bekannt – jetzt diskutieren die Stafforter Mitglieder zurecht die Arbeit und Kommunikation des Aufsichtsrats.
Das Genossenschaftsgebäude in Staffort wurde mit persönlichem und finanziellem Engagement der Genossenschafts-Mitglieder erbaut. Die Gebäude waren Jahrzehnte in der Ortsmitte ein beliebter Treffpunkt. Für die Genossenschaftsmitglieder meines Alters stellt sich nun die Frage wie künftig die Geldgeschäfte abwickelt werden sollen.
Noch vor kurzem beschwor der Aufsichtsratsvorsitzende der Bank bei einer Beerdigung eines früheren Aufsichtsratsmitgliedes in Staffort den Genossenschaftsgrundsatz „Einer für alle, alle für einen“. Er tat dies, obwohl die Ankündigung der Schließung der Bankfiliale bereits auf dem Weg zu den Mitgliedern war. Ist das nicht zutiefst zynisch? Ist nicht gerade der Grundsatz von Raiffeisen und Schulze-Delitzsch den schwächeren Genossen beizustehen?! War der Aufsichtsrat pflichtvergessen oder was war der Grund vor den anstehenden Fusionsgesprächen diese Entscheidung zu fällen?
Die am Bankautomat überforderten Genossen sollen künftig direkt besucht werden – allein mir fehlt der Glaube dazu; Senioren mit Rollator sollen ins 2 Km entfernte Büchenau, um an ihr Geld zu kommen – eine öffentliche Busverbindung gibt es nicht, wie kann und soll das gehen?
Die Filialleiterin soll künftig in der Telefonzentrale der Bank arbeiten, das sollte im Zeitalter der Digitalisierung auch von der Filiale Staffort aus möglich sein!
Ich appelliere an den Vorstand und Aufsichtsrat der VB Stutensee-Weingarten die veröffentlichte Zusage, wonach eine Fusion mit Bruchsal-Bretten keine Schließung von Filialen mit sich bringen würde, auch auf die Filiale Staffort anzuwenden! Jeder Beschluss kann revidiert werden!
Die in der Gemeinde entstandene Unruhe könnte sonst zu einer ungewollten Diskussion führen. Vertrauen in ihr Leitungsgremium ist das wichtigste Kapital von Genossenschaften speziell in schwierigen Zeiten! Vor Verlust dieses Vertrauens sei gewarnt!
Gez. Dr. Manfred Raupp
Bildquellen:
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