Exklusiv-Interview mit OB Klaus Demal

Bild: Fotostudio Rolf Stahl

Von Martin Strohal | 09.12.2014 21:01 | 13 Kommentare

OB Klaus Demal

OB Klaus Demal

Klaus Demal (62, Freie Wähler) ist seit 1991 Stadtoberhaupt von Stutensee. Bei der bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl Anfang Februar 2015 tritt er erneut an. meinstutensee.de hat ihm dazu ein paar Fragen gestellt.

meinstutensee.de: Herr Demal, Sie sind seit 1991 Stadtoberhaupt von Stutensee. Hätten Sie damals gedacht, dass Sie dieses Amt so lange ausüben würden?

Klaus Demal: Stutensee hat mir von Anfang an gut gefallen – zunächst die Menschen hier und das rege Vereinsleben – und weil man hier zusammen mit dem Gemeinderat einiges bewegen kann. Aber eine so lange Zeit konnte man im Voraus natürlich nicht planen.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Freude, und was ist das Anstrengendste/Unangenehmste?

Mir gefällt es vor allem, Menschen helfen zu können: Insbesondere in Teamarbeit kann man sehr viel für seine Stadt erreichen. Freude macht mir natürlich jeder Erfolg – und in den letzten Jahren hat Stutensee als bevorzugter Wohnort für Familien und als interessanter Standort für Betriebe ja eine sehr positive Entwicklung genommen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich diese Entwicklung auch in Zukunft im guten Zusammenwirken weiter mitgestalten kann.

Natürlich gibt es eine hohe Termindichte; auch an den Wochenenden. Das ist mir aber nicht unangenehm, weil man immer viele interessante Menschen trifft.

Welche Entscheidungen aus Ihrer bisherigen Amtszeit sind Ihnen heute noch in Erinnerung bzw. waren wegweisend für die Entwicklung Stutensees?

Von großer Bedeutung für die Entwicklung Stutensees war, dass wir wichtige Infrastruktur-Maßnahmen wie die Beseitigung von neun schienengleichen Bahnübergängen, den Bau von mehreren Umgehungsstraßen und ganz besonders die Realisierung einer direkten Stadtbahnverbindung nach Karlsruhe erfolgreich abschließen konnten. Auch z.B. in den Bereichen Bildung und Betreuung, einschließlich der Sportstätten, ist viel gegangen. Damit haben wir gute Voraussetzungen geschaffen, um Stutensee zu einem begehrten, familienfreundlichen Wohnort zu gestalten, in dem es auch attraktive und zukunftsfähige Arbeitsmöglichkeiten gibt. Stutensee ist heute ein wichtiger Standort in der Technologieregion Karlsruhe. Durch verschiedene Einzelmaßnahmen ist es uns gelungen, Stutensee generationsübergreifend als lebens- und liebenswerte Stadt zu positionieren.

Gibt es irgend etwas, das Sie mit dem Wissen von heute in den letzten Jahren anders entschieden hätten?

Nein, zumindest sehe ich hier keinen wesentlichen Punkt. Viele Entscheidungen hängen auch von der übergeordneten Politik ab – hier ändern sich die Vorgaben leider oft. Und die Menschen vor Ort wollen ja zügig Entscheidungen und Umsetzungen, die dann halt ggf. wieder optimiert werden müssen.

Sie bewerben sich nun für eine weitere Amtszeit. Was sind Ihre Gründe dafür, und welche Ziele haben Sie noch für die nächsten Jahre?

Meine Arbeit erfüllt mich weiterhin und ich bin Gott sei Dank gesund. Deshalb möchte ich mich auch weiter mit ganzer Kraft für Stutensee einbringen. Mein Ziel ist es, unsere Stadt noch lebens- und liebenswerter zu gestalten. In den Bereichen Kinder/Jugend/Schule, Arbeitsplätze/Wirtschaftsförderung, Familie/Senioren/Wohnen, ÖPNV, Verkehr, Umwelt, Infrastruktur/Sicherheit, etc. möchte ich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Stadt fortsetzen. Über diese Ziele im Einzelnen können wir gerne nochmals vertieft im Januar sprechen.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung Stutensees in Vergleich mit anderen Kommunen im Landkreis? Wo steht Stutensee besonders gut da, wo gibt es Nachholbedarf?

Viele wichtige Themen sind abgearbeitet oder auf den Weg gebracht. Stutensee hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr gut entwickelt, wie ich bereits ausgeführt habe. Stutensee muss keinen interkommunalen Vergleich scheuen, ganz im Gegenteil! Beispielsweise belegt auch der Sozialbericht des Landkreises, dass wir rechtzeitig auf die vielfältigen sozialen Herausforderungen reagiert haben und bei allen Indikatoren gut aufgestellt sind. Damit dies so bleibt, müssen wir jetzt verstärkt helfen, dass mehr günstiger Wohnraum für alle Generationen geschaffen wird.

Wenn Geld ausnahmsweise einmal keine Rolle spielen würde und Sie völlig frei in Ihrer Entscheidung wären, was würden Sie in oder für Stutensee umsetzen?

Es gibt natürlich immer wieder Wünsche von Einzelnen, die bisher nicht in den Gesamtkontext gepasst haben, die würde ich dann gerne alle auf einen Schlag erfüllen.

Aktuell sieht die baden-württembergische Gemeindeordnung eine Altersgrenze von 68 Jahren vor, weshalb Sie die nächste Amtszeit nicht vollständig ausüben könnten, so Sie denn gewählt werden. Halten Sie das für eine sinnvolle Regelung? Würden Sie auch die volle Amtszeit ausüben, wenn diese Regelung bis dahin abgeschafft werden sollte?

In der aktuellen Debatte wird oft auf Konrad Adenauer verwiesen, der 73 war, als er das erste Mal zum Bundeskanzler gewählt wurde. Aber es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis hier ein konkreter Gesetzentwurf vorliegt, zu dem ich dann gerne inhaltlich Stellung beziehe. Fest steht: Ich übe das Amt mit seiner großen Themenvielfalt gerne aus; vor allem das gute Miteinander mit den Menschen ist mir wichtig. Ich fühle mich gesund und möchte mit meinen Erfahrungen – und vielen guten Kontakten – noch einiges für unsere Bürgerinnen und Bürger, für unser Stutensee erreichen.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Bildquellen:

  • OB Klaus Demal: Fotostudio Rolf Stahl
  • OB Klaus Demal: Fotostudio Rolf Stahl
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